Peterles kulinarische Suche nach dem Bayernländle

Ein Bericht.

von Ulf Schleth

I

Ich wurde in Lübeck geboren. Ich wurde im Jahr 1968 geboren, im Jahr der Revolution. Ich wuchs auf in einer Kleinstadt in Schleswig-Holstein. Dort gab es viel flaches Land; eine Menge Weiden mit schwarz-weißen Kühen und Pferden drauf, die im Sommer dort standen und friedlich grasten. Es gab ein paar Wälder, in denen mein Vater mit mir joggen ging. Am Wochenende wurden die Badesachen nebst meiner kleinen Schwester ins Auto geladen und ab ging es an die Ostsee. In zwanzig Minuten waren wir da. Abends kamen wir zurück, machten noch ein Lagerfeuer im Garten und schliefen nach Meerwasser duftend und mit Strandsand in den Haaren ein. Wenn damals etwas wirklich schlimmes in den Lokalnachrichten kam, dann waren das Meldungen wie diese:

Der Pferdeschlitzer hat wieder zugeschlagen

Lasbeck-Dorf (st). Heute morgen wurden auf dem Gut von Bauer Gehken in Lasbeck die Kadaver von 2 Stuten gefunden. Ein Spaziergänger wurde auf die grausam zerstückelten Tiere aufmerksam und rief die Polizei. Damit zählt der Landkreis bereits die dritte Tat dieser Art in den letzten 2 Monaten. Hauptwachmeister Behnke aus Bad Oldesloe teilte dem Stormarner Tageblatt in einem Gespräch mit, man unternehme alles was nötig sei, um die Täter baldmöglichst zu stellen. Es sei davon auszugehen, daß es sich dabei um mehrere Personen handele.

Wenn soetwas passierte, konnten wir es nicht fassen. Unsere Familie war gelähmt vor Entsetzen. Als die Lähmung nach einer Stunde nachließ, fuhren wir rüber zum Bauern Gehken und sprachen ihm unser Beileid aus. Aus lauter Rührung schenkte er uns eine kostenlose Reitstunde. So kamen wir zum Reiten.

Ansonsten war alles ruhig und verlief in geordneten Bahnen. Die Menschen in unserer Stadt waren ebenso kühl wie das Klima, aber sie waren ehrlich. Nach der Schule unternahm ich meistens was mit meinen Freunden: ‚Moin Uwe, wolln wir n paar Stichlinge fann? Na logen, ich muß nur noch kurz nach Haus, meine Gummistiefel überziehn. Laß ma in 10 Minuten im Kurpark treffn.’ Wir unternahmen eine Menge. Später hieß es dann ‚Moin Uwe, laß ma n paar Audos knackn! Na logen, ich muß nur noch kurz nach Haus, mein Werkzeuch holn. Laß ma in 10 Minuten im Kurpark treffn.’ Aber egal, was wir taten, immer war über uns der freie Himmel und in der Ferne der weite Horizont.

So gingen die Jahre dahin. Irgendwann war das mit der Schule vorbei und ich war inzwischen groß geworden. Und die Stadt kam mir irgendwie kleiner vor. Zu klein. Also beschloß ich, so weit wie möglich weg zu gehn von zuhause. Ich hatte mir ein hübsches Mädchen geangelt und die ging nach Süddeutschland zum studieren. Keine schlechte Idee, dachte ich und entschied ebenfalls da hinzugehen, um dort meinen Zivildienst zu machen. Ich packte meine sieben Sachen und überließ meine Eltern der herannahenden Pubertät meiner Schwester.

Als ich aus dem Zug stieg, machte ich große Augen. Überall um mich herum waren riesige Berge mit Wäldern drauf und in der Mitte des Tales auf einem weiteren Berg ein echtes Schloß. So stand ich da am Bahnhof, bestimmt anderthalb Stunden und bekam den Mund nicht mehr zu. ‚Das also ist Bayern’, dachte ich. Dabei war ich immer davon ausgegangen, solche Orte gäbe es nur in Märchen und bei Franz Kafka. Dann brach ich auf und suchte mir eine Wohnung. Ich zog dort ein und begann meine Arbeit mit den Verrückten. Verrückte kannte ich bis dahin nur durch die Redewendung ‚Mijn Jung jetzt hör ma auf rumzuspinn, sonst kommst Du zu den Bescheuerten nach Neustadt’. Das hatte immer mein Vater zu mir gesagt.

Schnell merkte ich, daß die Bescheuerten eigentlich ganz nette Leute waren und einfach nur ein paar Probleme hatten. Nach einer Woche Pendelverkehr zwischen dem Studentenwohnheim meiner Freundin, in dem außer ihr ziemlich viele langweilige Leute wohnten und dem Wohnheim für die Verrückten, die dann später meine Freunde wurden, fing ich an, meinen neuen Wohnort auszukundschaften. Was dann passierte war erstaunlich. Die Leute waren freundlich zueinander. Ein paar sprachen mich sogar an und sagten mir ganz direkt, daß sie mich kennenlernen wollten. Ich konnte es gar nicht fassen.

Aber das war noch nicht alles. Nachdem ich ein paar kennengelernt hatte, fingen die an, mich zur Begrüßung abzuküssen. Und zum Abschied. Immer mindestens zwei Küsse auf die Wangen. Sogar die anderen Typen. Dem ersten habe ich ausversehen eine runtergehauen, weil ich dachte, er wäre schwul. Zuhause in Schleswig-Holstein war ein fester Händedruck das äußerste der Gefühle gewesen. Auf die Wange haben wir nur unsere Mütter geküßt und das auch bloß einmal.

Ich hatte ein bißchen Langeweile nach meiner Schicht im Wohnheim und überlegte mir, Künstler zu werden. Weil die Leute so freundlich waren, wollte ich sie noch genauer studieren und schaffte mir viele Freunde an. Seltsame Leute. Diese Menschen waren alle sehr offen und die meisten redeten in ihrem lustigen Dialekt sogar über Gefühle. Nach einer kurzen Skepsis über dieses seltsame Verhalten merkte ich, daß es mir gefiel und fing an, den Süddeutschen nachzueifern. Mit meiner Freundin war bald schluß, weil auch die Mädchen sehr offenherzig waren und mein künstlerisches Gehabe toll fanden. Da konnte ich einfach nicht wiederstehen. Ich hatte jeden Tag gute Laune und dachte: ‚Bayern ist wirklich schön’.

Eines Tages wollte ich einen Ausflug machen und fragte einen Passanten: ‚Sag mal, wie weit ist es eigentlich bis zu eurer Hauptstadt, diesem München?’ Der Typ sah mich ziemlich doof an. Dann fing er an zu lachen. Sein Lachen wurde immer lauter. Wütend und zerknirscht fragte ich ihn ‚Was ist daran so lustig, du Arsch?’ ‚Waaaahhh, das glaube ich ja nicht, ey mann, das hier ist Marburg an der Lahn, wir sind hier in Hessen. München ist in Bayern und das ist hunderte von Kilometern entfernt von hier, du Witzbold’. Ich wollte ihm erst nicht glauben, aber nachdem ich ein paar andere Leute gefragt hatte, mußte ich der Wahrheit in die Augen sehen.

II

Ins richtige Bayern kam ich erst Jahre später. Inzwischen hatte ich mein Gehör soweit geschärft, daß ich den Unterschied der hessischen zur bayerischen Mundart heraushören konnte, versagte aber immer noch bei der Differenzierung von Bayern und Österreichern. Ich hege auch heute noch den Verdacht, daß diese beiden Länder erst durch die Kontinentalverschiebung auseinandergerissen wurden. 1994 bekam ich vom Münchener Kunstverein eine Einladung, dort eine Vortragsreihe zu halten über Computerkunst und Netzwerke. Das war mein erster Vortrag überhaupt, und ich war sehr aufgeregt. Ich wurde vom Zug abgeholt und gleich zum Essen eingeladen. Während der Fahrt ins Restaurant sah ich aus dem Fenster. Eine saubere Stadt. Sehr sauber. Ungefähr so wie Lübeck, nur daß alles nicht so schön filigran war, sondern von einer unangenehm klotzigen Architektur. Wir kamen in dem Restaurant an, das teuer aussah und trotzdem gut bürgerlich. Die Holztische waren voll besetzt mit pausbäckigen Bayern, die sich laut unterhielten, beim Essen so richtig reinhauten und dabei viel Spaß zu haben schienen.

Ich saß an einem Tisch mit einer Handvoll hochnäsiger Künstleridioten, die meisten aus Berlin. Von der langen Fahrt hatte ich richtig großen Hunger. Eine Kellnerin, die die gleiche Figur hatte wie die Frauen an den anderen Tischen, brachte die Karte und ich begann zu lesen. Die Karte war auf Bayerisch geschrieben. Ich verstand das meiste nicht. Der Leiter des Kunstvereins konnte offensichtlich etwas bayerisch und übersetzte mir die Karte: ‚Das da ist Hirn vom Rind in Buttersoße. Danach gibt es eine Ochsenschwanzsuppe mit ganzem Schwanz; eine echte Spezialität. Dann gibt es noch Stierhoden in Zwiebelsuppe und marinierte Kutteln. Das hier ist mein Lieblingsessen: Flambiertes Kaninchenzwerchfell mit Ziegenzitzen, frisch geschlachtete Wildschweine und eine heiße Blutsuppe, dann noch …’ Ich hörte seine Stimme kaum noch, als ich mit zittrigen Beinen aufstand und zur Toilette wankte. Ich kotzte eine ganze Klokabine voll. Danach wusch ich mich und sah in den Spiegel. Mein Gesicht war Grün wie die Wiesen in meiner Heimat. So ähnlich muß Columbus ausgesehen haben, als er die Menschenfresser entdeckt hat. Ich wartete, bis meine Gesichtsfarbe wieder halbwegs normal war, ging zurück zum Tisch und bestellte ein Käsebrot.

Abends ging es um die Schlafplatzverteilung. Die Künstleridioten waren schneller als ich und schrien alle ‚hier, hier’, so daß sofort alle Hotelplätze belegt waren. Ich dachte schon, daß mich meine vornehme norddeutsche Zurückhaltung mal wieder in die Scheiße geritten hätte, da kam mir ein Einfall. ‚Kann ich nicht hier im Kunstverein schlafen?’ Und tatsächlich, es ging. Das war toll. Die anderen hatten ihre piefigen Hotelzimmer und ich hatte einen ganzen Palast für mich. Als alle weg waren, sah ich mir mein neues Reich an: Zehn Meter hohe Fenster. Am einen Ende ein riesen Portal mit einem roten Samtvorhang. In der Mitte auf einem Podest eine Videoinstallation. Plötzlich fühlte ich mich wie eine Mischung aus Julius Caesar und Captain Kirk. Ich schlurfte auf Socken in das untere Stockwerk, in dem sich die Videothek des Kunstvereins befand. Dort griff ich blind ins Regal und erwischte zufällig den einzigen Porno, den sie auf Lager hatten. Eine Zusammenstellung aus früheren Hardcorestreifen von heute berühmten Filmstars. So legte ich mich auf dem Podest in meiner Halle zur Ruhe und ließ statt der Videoinstallation den Film laufen. Auf zehn mal zehn Monitoren sah ich mir an, wie Silvester Stallone, Barbara Streisand und Charlton Heston sich die Seele aus dem Leib fickten und schlief ein.

Die nächsten Tage verbrachte ich mit dem Halten von Vorträgen. Kaum einer wußte was ein Computer und noch weniger, was ein Netzwerk ist und absolut niemand verstand den Sinn und das immense Potential der ganzen Angelegenheit. Aber vielleicht waren auch meine euphorischen Erklärungen nicht gut genug. Das war mir relativ egal, ich hatte mich schon an solche Reaktionen gewöhnt. Danach ging ich in die Egon Bar, ein sehr angenehmer Ort neben dem Kunstverein. Dort trank ich einen Whiskey und ging zurück in meinen Palazzo, wo ich mir mit Hilfe der restlichen Videos einen soliden Überblick über die zeitgenössiche Videokunst verschaffte.

Dann kam Bramos Saidel nach München, ein guter Freund aus Marburg, um seine Eltern zu besuchen. Sofort zog ich zu ihm um, denn so feudal meine Schlafstätte auch war, so sehr fehlte mir gute Konversation. Wir trafen uns zum Abendessen und quatschten was das Zeug hielt. Wie immer redeten wir über Literatur, über Mädchen und Bramos erzählte zum zweitausendsten Mal von diesem italienischen Käse mit lebenden Würmern drinnen. Ich dachte an das bayerische Lokal ein paar Tage früher und verstand plötzlich, warum er diesen Käse für romanische Lebensart hielt, der offensichtlich nur ein verdorbenes Lebensmittel war.

Es wurde spät, und nachdem wir unsere Gehirne leer geplaudert hatten, ging es in die gut aufgeschüttelten Daunenfedern seines Elternhauses. Eine wahre Wohltat nach den Nächten auf der harten Videoinstallation.

Am nächsten Morgen erwachten wir gut gelaunt. Bramos brachte mir einen Kaffee ans Bett: ‚Los, trink den und steh auf, ich hab Frühstück gemacht.’ Toll, so ein Freund. In der Küche gab es noch mehr von dem leckeren Kaffee. Ich freute mich schon auf ein leckeres Croissant mit ein wenig Honig und wunderte mich nicht schlecht, als ich sah, daß auf den Tellern, die Bramos auf den Tisch stellte, Würste lagen mit ein bißchen Senf daneben. Das waren sehr lustige Würstchen, sie waren dick und von weißer Farbe. Ein spaßiger Einfall. Ich stippte meine Wurst in den Senf und kostete vorsichtig. Das ganze schmeckte sehr … interessant. Der Senf kam ziemlich süßlich rüber. Wir aßen auf. Bramos las mir den Text einer Vierzehnjährigen vor, den er als Juror eines mittelhessischen Literaturpreises zu bewerten hatte. Wir lachten über die ungelenken Formulierungen. Dann aber bekam ich Bedenken, weil ich es plötzlich für eine ethisch nicht vertretbare Angelegenheit hielt, dieser Frau die Wahrheit über ihre Schreibversuche zu sagen. Ich wußte, wie sehr sie das verletzen würde und daß er wahrscheinlich ihre ganze Motivation, ihre ganze ungeborene Karriere mit nur ein paar Sätzen zunichte machen würde. Bramos versprach mir, darüber nachzudenken und wir gingen spazieren.

Ich sah mir die Stadt an, und ich sah mir die Leute an. Mein Eindruck von der Münchener Architektur, den ich anfangs gehabt hatte, verfestigte sich. Die Leute auf den Straßen waren alle gut gekleidet, ähnlich wie die Leute in Lübeck, wirkten aber als stünden sie einige Zentimeter neben sich. Da fiel mir ein, daß es diese Leute sein mußten, die in ihrer Freizeit Trachtenkleidung anzogen, um Leitern an Häuser zu lehnen und zu fensterln, um zu jodeln und sich dabei auf ihre Schenkel, Füße und Köpfe zu klatschen und Bier aus Einlitergefäßen tranken. Sie waren aller Wahrscheinlichkeit nach auch verantwortlich dafür, daß die BRD in weiten Teilen des Auslandes als ein Land von trachtentragenden Volltrotteln angesehen wird. Sie haben Franz Josef Strauß hervorgebracht und das verschissene Hofbräuhaus, in dem Adolf Hitler einen nicht zu verachtenden Karrieresprung gemacht hat, haben sie stehen lassen und sind auch noch stolz drauf.

Vor meinem geistigen Auge sah ich die Münchener, wie sie in ihren Büros Finger hakelten und während der Tagesschau immer wieder ihr ‚Joa Mei’-Mantra herunterbeteten und wie sie, wenn der Abend später wurde, sich in ihren Discos trafen, in die nur richtig gute Münchener reindurften um sich dort nach Strich und Faden ihre Nasen zu pudern. An den Wochenenden gingen sie dann in ihre katholischen Kirchen und beichteten das alles ihren spirituellen Führern. Vielleicht hätte ich meinen Zivildienst lieber in München machen sollen, irgendjemand sollte diesen armen Kreaturen doch mal helfen. Während wir so unterwegs waren fragte ich Bramos, was das beim Frühstück eigentlich für eine seltsame Wurst gewesen sei. Er erklärte mir, sie würde aus Milz gemacht. Als er das sagte, spürte ich einen Ruck durch das Unviersum gehen. Das Sonnenlicht flackerte rötlich und tauchte die Szenerie in eine unwirkliche Aura. Mein Körper fühlte sich ein wenig leichter an. Ich war mir sicher, das läge am Wetter. Vielleicht der ominöse Föhn, den es in Süddeutschland ja geben soll. Wir gingen in einen Park, in den englischen Garten, wo wir uns hinlegten, um Rast zu machen.

Wir lagen schon zwanzig Minuten dort, und ich wollte mich aufrichten. Es ging nicht. Inzwischen war es noch dunkler geworden. Ich sah mich um und sah um mich herum Flaneure und picknickende Familien. Alle hatten diese pausbäckigen Gesichter, alle kauten auf irgendetwas und alle sahen in meine Richtung, als beobachteten sie mich. Ich spürte etwas in meinem Magen und sah an mir herunter. Mein Bauchdecke hatte sich ausgebeult. Plötzlich platzte sie auf und langsam schob sich eine große dicke weiße Wurst aus ihr heraus. Als sie draußen war schwebte sie noch einen Moment über mir. Sie schwoll an, wurde größer und größer. Als sie es auf ungefähr einen Meter achtundneunzig gebracht hatte, zerplatze sie mit großem Radau und der ganze Schmodder kam mir entgegen. Ich schloß die Augen und schüttelte meinen Kopf. Ich machte die Augen wieder auf und alles war wieder normal.

Nur raste jetzt mein Herz so schnell daß ich fürchtete, es würde gleich bersten. Ich verspürte eine großen Drang mich zu erleichtern. Ich stammelte irgend etwas in Bramos Richtung und kroch auf allen Vieren in ein Gebüsch wo ich mich hinhockte und versuchte, meinen Darm zu entleeren. Es ging nicht. Ich kroch zurück zu Bramos und bat ihn, einen Krankenwagen zu rufen. Wieder sahen alle Pausbacken mich an. Ihre Gesichter waren zu hämischen, mich auslachenden Fratzen entstellt. ‚Bist Du bescheuert, das hier ist der englische Garten, Münchens Drogenwiese Nummer eins, ich kann hier keinen Krankenwagen rufen, dann kann ich mich die nächsten zehn Jahre in der Stadt nicht mehr blicken lassen.’

Bramos half mir auf und schleppte mich unter ganzem Körpereinsatz zu einem Taxistand. Er karrte mich nach Hause, wo mich seine Großmutter mit einer Überdosis Multivitamintabletten und kalten Wickeln versorgte. Ich schlief zwölf Stunden durch. Als ich wieder wach war, war ich allein. Das Taxi kam nach zehn Minuten. Am Bahnhof löste ich ein Ticket nach Travemünde und als ich im Zug saß sah ich erst aus dem Fenster als München hinter mir lag.

Am Abend hatte ich endlich den Strand erreicht. Die Sonne war gerade noch dabei, das Meer in ein warmes und freundliches Licht zu tauchen. Es wehte eine frische Brise. Ich setzte mich im Schneidersitz in den Sand, sah den beruhigenden Horizont vor mir und legte ein heiliges Gelübte ab: Liebe Sonne, liebe Weiden und Wiesen, liebe Kühe, lieber Ozean und lieber Klabautermann. Hiermit schwöre ich bei meinem Leben, daß ich es mit allem in meiner Macht stehenden verhindern werde, daß jemals ein Bayer über Norddeutschland regieren wird. Außer es ist Bramos Saidel.

 

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