Spickzettel Handy-Messenger

Whatsapp - Alle benutzen es weil alle es benutzen. Foto: Hernán Piñera/WikiCommons, CC-BY-SA-2.0

Whatsapp – Alle benutzen es weil alle es benutzen. Foto: Hernán Piñera/WikiCommons, CC-BY-SA-2.0

Am 19. Februar 2014 kaufte Facebook den Messenger WhatsApp für 19 Milliarden Dollar. Der WhatsApp-Gründer Brian Acton sagte nach dem Cambridge-Analytica-Skandal selbst: „Ich habe die Privatsphäre meiner User verkauft“. Facebook möchte den Facebook-Messenger, Instagram und WhatsApp nun zusammenführen.

  • Facebook und WhatsApp sind nicht umsonst. Der Benutzer bezahlt mit Daten. Facebook analysiert Standort-, Kontakt- und Metadaten, das heisst mit wem wie lange gechattet wir. Je nach Plattform werden auch Inhalte privater Nachrichten analysiert. Facebook handelt mit diesen Daten, ist daher daran interessiert, Datenschutz auszuhebeln wo es geht. Die Versprechen, WhatsApp-Daten nicht zu verwenden, sind längst Geschichte. Datenhandel ist Facebooks Geschäftsmodell.
  • Die Analyse der Daten reicht weit. Allein Metadaten reichen häufig aus, um auf jemandes Identität, Gewohnheiten, besonders enge Kontakte, soziale Schicht, das politische Umfeld uvm. zu schließen. Facebook weiß über WhatsApp also teilweise mehr über die Kinder, als diese ihren eigenen Eltern verraten würden. Facebook verkauft Daten auch an politische Parteien, die dann u.a. zur Manipulation des Wählerverhaltens eingesetzt werden, wie zB. im Trump-Wahlkampf geschehen.
  • Facebook hat ebenfalls kein Interesse an Datensicherheit und reagiert wenn überhaupt erst, wenn Sicherheitslücken durch die Medien gehen, Gerichte eingeschaltet werden, oder die eigene Marktposition in Gefahr gerät.
  • Es soll künftig Werbung innerhalb von WhatsApp ausgespielt werden
  • Die Datenschutzbeauftragten der Länder untersagen wegen des schlechten Datenschutzes die Benutzung von WhatsApp zwischen Lehrern und Schülern. Die Kommunikation von Lehrern und Eltern ist eine rechtliche Grauzone.
  • WhatsApp überträgt Kontaktdaten. Datenschutzrechtlich ist es nicht gestattet, private Kontaktdaten anderer an Facebook zu übertragen, ohne vorher nachzufragen. Die Nutzung von WhatsApp fällt generell in den Bereich der Strafbarkeit.

 

Logo

Logo

Signal Blue Icon.png

Name

Threema

Telegram

Signal

Hersteller

Threema GmbH

Telegram Messenger LLP

Signal Foundation

Land

Schweiz

USA

USA

Verschlüsselung

()1

Hersteller kann Daten lesen

nein

ja

nein

Open Source2

()3

Preis

2,99 €

Signal ist unter den verbreiteteren Handy-Messengern derzeit die beste Wahl. Es gibt weitere sehr gute Messenger, die etwas anders arbeiten als klassische Handy-Messenger, einer davon heisst Riot und wurde gerade von den Behörden und Ministerien der französischen Regierung stark gefördert.

Was wir tun können

  • Soweit wie möglich für Absprachen bei bewährten Kommunikationsformen wie z.B. Email bleiben.
  • Im Klassenverband auf einen sicheren Messenger, z.B. Signal umsteigen. Ggfs. gleich eine Gruppe für die Kinder einrichten. Geräteübergreifender Link zur Installation: https://sgnl.link/1MF56H1
  • Aufmerksam sein, Handy-Zeiten begrenzen, Darauf achten, das Handy ab und an offen mit den Kindern kontrollieren, auch Gefahren wie CyberMobbing, Kettenbriefe und Belästigung drohen über Messenger.
  • Wenn Sie Apps aus dem Google Playstore überprüfen wollen, können sie dazu Exodus Privacy verwenden: https://reports.exodus-privacy.eu.org/en/analysis/submit/
  • Verwenden Sie einen App-Locker, um zu vermeiden, daß die Kinder versehentlich unsichere Apps installieren.

Links zum Thema

http://www.schleth.com/allgemein/kinder-im-netz-smartphones-chatten-und-soziale-medien-wie-whatsapp-facebook-co-894.html
https://mobilsicher.de
https://www.kuketz-blog.de/
https://pod.thing.org/tags/whatsapp
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Kinderhilfswerk-Eltern-bei-Jugendschutz-im-Netz-oft-ueberfordert-4233438.html

  1. Nur bei den optional zu aktivierenden „Geheimen Chats“ wird eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verwendet.
  2. Open Source bedeutet „Quelloffen“, dh. der Programmcode ist öffentlich einsehbar, so ist es u.a. transparent nachvollziehbar, was mit den eigenen Daten passiert und Sicherheitslücken können schneller gefunden und geschlossen werden.
  3. Der Telegram-Client ist Open Source, der dazugehörige Server nicht.
Dieser Text gefällt Dir?

Kommentar schreiben

Die E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt. Felder mit * müssen ausgefüllt werden.

*

*